Das
Fahrradplakat als Kunstwerk!
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Wie werben heute Fahrradhersteller um Kunden? Klar,
mit großformatigen Anzeigen in (Fach)zeitungen und
mit Prospekten im Vierfarbdruck, die man auf Messen
und natürlich in den Geschäften erhält. Das Plakat,
wie es vor hundert Jahren allgegenwärtig war, gibt
es heute ums Fahrrad nicht mehr.
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Die Laufräder des Freiherrn von Drais
(und seiner Nachahmer) wurden schon mit Einschaltungen
in Tageszeitungen und fliegenden Blättern beworben,
das beste Werbemittel waren aber spektakuläre Aktionen.
So begab sich der (nicht eben sportliche) Freiherr
auf einige werbewirksame Touren. Die bekannteste war
seine vierstündige Fahrt von Karlsruhe nach Kehl (50Km),
die er aufgrund einer Wette mit einem Minister durchführen
mußte. Die Postkutsche brauchte die vierfache Zeit
für diese Strecke!
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1867 war das Jahr, als das Velociped
weltweit bekannt wurde: Pierre Michaux hatte seine
Maschinen auf der Weltmesse in Paris vorgestellt,
die technologiehungrige Bevölkerung war begeistert!
Die ersten Farb-Plakate, die für Fahrräder warben,
entstanden 1872. Schon 1855 stand die erste Litfaßsäule
in Berlin, förmlich überschwemmt von Plakaten wurde
Paris ab 1866. Es entstand der Begriff der „Galerie
der Straße“. Als Urvater der Plakatkunst gilt der
Franzose Jules Cheret (das Wort „Plakat“ leitet sich
von „Placard“ ab, französisch für Anschlag), der sich
als erster die neugewonnenen Kenntnisse der Farblithographie
zunutze gemacht hatte, Kenntnisse, die er aus London
nach Paris gebracht hatte.
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Cheret entwarf im Lauf seiner Karriere
über 1000 Plakate, Henry de Toulouse Lautrec nur deren
20. Eines davon auch für Fahrräder, aber erst sein
dritter Entwurf wurde angenommen, die ersten beiden
fanden keine Gnade vor den Augen des Auftraggebers
(des Kettenherstellers Simpson). Weitere bekannte
Künstler, die mit meistens im Jugenstil gehaltenen
Plakaten bekannt wurden, waren u.a. Alphonse Mucha
und Theophile Alexandre Steinlen.
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Etwas sachlicher waren die Plakate der
deutschen und österreichischen Künstler der Zeit zwischen
1896 und 1905. Überhaupt waren die Werbeanschläge
hier nicht so verbreitet wie in Frankreich, England
und den USA. Schließlich wurde das Plakatieren hier
auch reglementiert! Obwohl eine Frau auf einem Fahrrad
(und in Pumphosen) mancherorts immer noch für Skandale
und öffentliche Erregung sorgen konnte, war die Frau
vom Plakat nicht wegzudenken. Auch damals schon konnte
man den Begriff „Sex Sells“ durchaus anwenden!
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Nach 1905 war Werbung fürs Fahrrad nicht
mehr so präsent. Der Drahtesel war allgemein bekannt
und wurde langsam zu einem Fortbewegungsmittel für
die breite Öffentlichkeit, das Automobil übernahm
seinen Platz als beliebtestes Plakatmotiv. Nach dem
ersten Weltkrieg war die Zeit der Plakatkunst großteils
vorbei, die (wenigen) Motive waren wesentlich nüchterner
gehalten, und wenn Plakate, dann meistens als Veranstaltungs-
anstatt Produktwerbung.
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Viele schöne Plakatmotive findet man
unter folgenden Links: |
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