im Visier: Öllaternen
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Schon der Freiherr von Drais ebenso wie Pierre Michaux
verwendeten Lampen auf ihren Lauf- bzw. Fahrmaschinen.
Keine Fahrradlampen natürlich, sondern gewöhnliche
Handlampen, bei denen Kerzen das (spärliche)
Licht spendeten.
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Am Hochrad war diese Art der Beleuchtung nicht brauchbar,
denn die einzige Stelle, wo man sie montieren konnte,
war am Lenker, und so hoch oben ging der Lichtstrahl
völlig ins Leere. 1876 stellte der Haushaltswarenhersteller
Joseph Lucas aus Hockley bei Birmingham ein von ihm
selbst entwickeltes System vor, welches er sich auch
patentieren ließ: Auf der Achse des großen
Vorderrads montierte er ein Kugellager, auf dem eine
Öllaterne befestigt wurde, die ihre aufrechte
Position behielt, auch wen das Rad sich drehte. Durch
die tiefe Lage fiel der Lichtschein der Lampe auf
jenen Teil des Fahrwegs, den im Auge zu behalten lebensnotwendig
für den Velozipedisten sein konnte. Obwohl sich
nur wenige Radfahrer eine solche Laterne leisten wollten
(immerhin betrug ihr Preis ca. ein Viertel des ohnehin
schon nicht billigen Hochrads), war ein neues Produkt
entstanden, mit dessen Herstellung sich ab da Firmen
exklusiv beschäftigten: zB. Miller, Powell &
Hamner (P & H) und natürlich Lucas selbst,
der es in der Folge zum Marktleader weltweit brachte.
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„King of the Road“, der König der
Straße, hieß Lucas Öllaterne. Am
bekanntesten wurde aber seine „Silver King“,
die er um 1895 auf den Markt brachte. Diese Petroleumlampe
war federnd befestigt, so dass auch heftige Stöße,
verursacht durch Fahrbahnunebenheiten, sie nicht zum
verlöschen brachte. Obwohl die „Silver
King“ klein und sehr leicht war, reichte ihr
Petroleumreservoir für eine Brenndauer von 3
Stunden.
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Die „Silver King“ war der Qualitätsstandard,
an dem die Konkurrenz sich messen lassen musste. Und
die Konkurrenz war groß. Der Kunde konnte unter
zahllosen Produkten, Formen, Größen und
Preisklassen wählen. Und wählen musste er,
denn Fahrräder wurden damals noch nicht vom Hersteller
oder vom Händler mit einer Beleuchtung ausgestattet
- allerdings gehörte die Lampenhalterung beim
Niederrad mittlerweile zur Standardausstattung. Wer
sich keine Petroleumlaterne leisten konnte, musste
auf eine Kerzenbeleuchtung ausweichen, die es als
billigere Alternative gab, deren Leuchtkraft aber
deutlich zu wünschen übrig ließ.
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Die Bedeutung der Laternen ging aber über ihre
reine Zweckmäßigkeit hinaus: Geschmackvolle
Formen und üppige Verzierungen ließ die
Lampe zu einer Zierde werden, mit dem man das Luxus
– Spielzeug Fahrrad noch weiter veredeln konnte.
Das trifft auch auf die Acetylen oder Karbidlampen
zu, die ab 1898 auf den Markt kamen und in der Folgezeit
die Petroleumlaternen ablösten. Aber das ist
eine andere Geschichte
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